Platte der Woche KW 34/2026
Anfang des Jahres releasten Grandmas House den einfach nur fulminanten Song „Dog“. Ein Ausrufezeichen, ein Lieblingslied, ein wunderschönes, schnelles, druckvolles und mitreißendes Stück Musik voller Indie und mit Punk. Jetzt gibt es endlich die ganze Platte dazu. Und auch die ist: fulminant.
Grandmas House kommen aus Bristol und begannen 2018 noch als Trio. Heute sind sie Yasmin Berndt (Gesang, Gitarre), Poppy Dodgson (Gesang, Schlagzeug), Zoë Zinsmeister (Bass) und Polly (Gitarre), haben einige EPs und jetzt auch eine erste, diese, Platte am Start. Platte der Woche. Hoch verdient.
Müsste man sich entscheiden, was die Band hier ganz genau spielt, könnte man dieses tatsächlich nicht tun. Weil hier einfach zu viel passiert. Post-Punk hört man öfter und auch Indie-Artiges. Eingängig, aufregend, mit Inbrunst gespielt. Plus Punk in Attitüde, Sound (Ali Chant (PJ Harvey, Yard Act) hat produziert) und Emotion und ein sehr, sehr passender 90er/Riot Grrrl-Einfluss. Von Babes In Toyland bis Hole. Auf der anderen Seite aber können sie es auch ruhig und kurz vor sanft, klingen bei „Soaked“ oder „How It Is“ aber trotzdem nicht kraftlos. Im Gegenteil.
Und dann fangen Grandmas House auch noch mit dem Spielen an. Bei „Dance“ tauchen Bläser auf, der „Next Big Hit“ ist in Wahrheit ein musikalisch noisiger, stoischer, stampfender Mittelfinger und „Taxidermy“ hätten einst jeden schwarzen Tanztempel zum Schwitzen gebracht. Und vom Rest wollen wir gar nicht reden. Lieber immer wieder hören und dann auch sehen. Im Oktober gehen Grandmas House auf Tour.
“Baby You’re A Winner” von Grandmas House erscheint bei Brace Yourself Records.



