Neulich auf dem Reeperbahn Festival in Hamburg. Alles ist geplant, alles scheint perfekt. Sbäm veranstaltet im Baalsaal einen Showcase, gegenüber im Uwe spielen Les Shirley. Der Weg ist kurz, die Zeit zwischen Hukies und Mudfight ideal. Also kurz rüber, vorfreuen… und in der Schlange stehen. Kommt man rein, bleibt es dicht? Bleibt es. Ärgerlich.
Noch ärgerlicher wird es, wenn man sich „Hail Mary“ anhört. Das hätte man gerne alles mal live erlebt, die Band mal wieder live gesehen. Denn diese Platte ist richtig gut. Les Shirley aus Kanada spielen alternativerockigen, sehr, sehr eingängigen, gerne auch mal poppigen und dabei abwechslungsreichen Punkrock. Doch bei aller Poppigkeit geben Raphaëlle Chouinard (Lead Vocals, Gitarre), Lisandre Bourdages (Drums, Backing Vocals) und Sarah Dion (Bass, Backing Vocals) ihren Songs ständig Druck, ständig eine aufregende Power. Starkes Stück!
Die Band, die bereits mit Green Day, Jimmy Eat World, Weezer, den Foo Fighters und Billy Talent spielte, hat einfach das berühmte Händchen für die gute Mischung. „Bang Bang“ ist für die große Bühne und lässt an die frühen Tage der großen Dover denken, „Jenny, Please“ kommt mit hektisch-cheesigen Martha-Vibes um die Ecke, „Rings Of Saturn“ mit Nirvana-Riffs. Tatsächlich alles passt. Der Rest auch. Die Platte ist aufregend. Großartig. Möchte man unbedingt live erleben.
“Hail Mary” von Les Shirley erscheint auf Duprince.




