Irgendwas ist doch anders. Anders als erwartet, anders als früher. Früher, als man in Stadien dazu getanzt hat, als die ganze Welt getanzt hat. Als der Sex on fire war. Heute brennt noch ein Lagerfeuer. Darum herum sitzen ein paar ältere Herren und singen und spielen. Es sind die Kings Of Leon. 2026.
Nein! “O My Beloved” ist nicht das MTV Unplugged-Album der Familie Followill. Aber es ist eine sehr ruhige, sehr entspannte und sehr schöne Platte geworden. Eine reife Platte, eine sehr persönliche, sehr echt klingende Platte, auf der sie einfach mal andere Sachen machen. Singer/Songwriter-Sachen, ein wenig Country, natürlich Folkiges, sehr viel Soul. Aber doch immer als Band.
Die Stimme ist die alte, die Band erkennt man sofort. Natürlich. Und es gibt ja auch E-Gitarren auf diesem, auf dem zehnten Album der Kings Of Leon. Das die Band übrigens erstmals selbst produziert hat. Es gibt auch Solos und es gibt hier und da etwas mehr Tempo. Aber meistens: eben nicht. Meistens geht es in sich ruhend zur Sache. Sanft, reduziert, auf den Punkt? Auch hier: meistens.
Meistens gefällt es auch, wenn man die Platte hört. Gerade jetzt, wenn man aus dem Fenster schaut, auf den Kalender. Und die ersten Lichtlein brennen. Statt Lagerfeuer. Aber wenn die Kings Of Leon irgendwann mal wieder auf Tour kommen, bleibt die Kohle kalt. Dann brennt hoffentlich wieder der Sex.
“O My Beloved“ von Kings Of Leon erscheint auf Love Tap Records/Virgin.



