Sie kommt aus Berlin, wurde aber in London entdeckt. Und klingt irgendwie nach dem ganz frühen New York und manch anderer Großstadt. Paris vielleicht, oder Chicago. Schmidt heißt die junge Dame, die jetzt ihre erste EP vorlegt, ehe im kommenden Jahr das Album folgen soll. Nimmt man „Above Sin City“ als Maßstab, wird auch dieses lässig, schön, düster und ziemlich sexy. Denn diese fünf Lieder sind es auch.
Schmidt ist Anfang 20, klingt aber wie der vorletzten Jahrhundertwende entsprungen. Nach den goldenen 1920er Jahren, nach Cabaret und Uralt-Schule. Es gibt Swing, Baby, Jazz und Burlesque. Nur eben nicht altbacken, sondern aufgepoppt und im Zeichen der Zeit. Drei Lieder hat sie mit ihrem Entdecker Guy Chambers geschrieben, der bereits mit Leuten wie Robbie Williams, Katie Melua oder Diana Ross gearbeitet hat, einmal covert sie auch Velvet Underground („Venus In Furs“), fünfmal klingt das ziemlich gut. Authentisch irgendwie, ehrlich und eingängig, verspielt, verkopft – und eben ziemlich sexy. So doof das Wort auch ist, hier passt es. Würde eine Marlene Dietrich noch heute Musik machen, würde sie vielleicht so ähnlich wie Schmidt klingen.
„Above Sin City“ von Schmidt erscheint auf Warner Music.




