Großbritanniens einzige professionelle Bluegrass-Kapelle schlägt wieder zu. Nachdem Sid Griffin soeben auch die Long Ryders wieder auferstehen ließ, ist nun eine neue Runde in Sachen Hootenanny angesagt. Nach drei Jahren Pause hat sich so einiges getan. Das Wichtigste auf der neuen Scheibe sind dabei die Gesangsbeiträge von Geigerin Gemma White und Gastsängerin Esther Mae Griffin, die der ganzen Scheibe einen deutlichen Impuls verleihen. Hinzu kommen der Dobro-Virtuose Rick Townend und der Ur-Byrd Chris Hillman als umtriebige Gäste. Es gibt die Long Ryders Nummer „Final Wild Son“ im Bluegrass-Gewand und aufrichtige Hommages an Woody Guthrie und Gene Clark. Trotz alledem ist „Turn The Water On, Boy!“ keine knochentrockene Fingerübung, sondern eine bemerkenswert lebhafte und vor allen Dingen erstaunlich abwechslungsreiche Scheibe. Anders als bei vielen US-Bluegrass-Truppen steht hier auch nicht der möglichst schnelle und virtuose Wettstreit der verschiedenen Solo-Instrumente, sondern der Song und das Miteinander der verschiedenen Musiker im Mittelpunkt. Heraus kam eine kurzweilige Folk-Pop-Scheibe mit dem altmodischen Charme des Handgemachten, aufrichtigen Musikantentums.
„Turn The Water On, Boy!“ von The Coal Porters erscheint auf Proper/Rough Trade.