Lil Wayne Rap-Superstar? In den Staaten sieht es so aus. Und warum? Weil der Typ es kann. Und weil dieses Album zwar einige Aussetzer hat und sich bestimmt zu vielen Klischees bedient, aber ein größtenteils richtig starkes ist. Denn es hat Hits. Und davon reichlich. Der größte ist sicher das fulminante „Mr. Carter“, das nicht nur, aber besonders durch die Raps von Jay-Z sowie den herrlichen niedlichen Backgrounds zum Highlight avanciert. Doch hier gibt es mehr. Hier gibt es die Abwechslung, die man so häufig vermisst. Lil Wayne und seine Jungs überraschen, variieren, sorgen für stets geöffnete Ohren. Das mit T-Pain aufgenommene „Got Money“ versehen sie mit einem dezenten Reggae-Charme, „Shoot Me Down“ kommt so düster, wie das zusammen mit Robin Thicke eingesungene „Tie My Hands“ verträumt daher kommt. Bei „Phone Home“ wird der Groove schon bald zum Ohrwurm und nach einiger Zeit freundet man sich auch mit der verspielten Zusammenarbeit mit Busta Rhymes in Form von „La La“ an. Später werden noch Beyoncé, Nina Simone und Rihanna zitiert, Kanye West setzt sich auf den Produzenten-Sessel und nach 16 Tracks und weit über einer Stunde – die Deluxe Edition enthält noch eine fünf Lieder umfassenden Bonus-CD – sind die schwächeren, weil immens kitschigen Pop / RnB / Soul-Tracks schnell vergessen.
„Tha Carter III“ von Lil Wayne erscheint auf Universal.