Also, John Roderick ist etwa so, wie man sich einen Rockmusiker vorstellt: Ein breites Grinsen im unrasierten Gesicht, die länglichen,…
Also, John Roderick ist etwa so, wie man sich einen Rockmusiker vorstellt: Ein breites Grinsen im unrasierten Gesicht, die länglichen, strähnigen Haare unsortiert aber lässig hinter die Ohren gesteckt, laut, freundlich, enthusiastisch und eine Sonnenbrille tragend. (Auch wenn er meint, dass dies medizinische Gründe habe). Der Mann hat auch einiges erlebt (und ergo zu erzählen),…
Platte der Woche KW 36/2003 Die CD wirkt ganz unspektakulär. Das CD-Cover ist ein Viertel des eigentlichen Artworks, das sich erst nach Entfaltung offenbart. Ein roter Fleischklopps auf grünem Grund. Sieht aus wie ein Herz. Das würde passen, denn die Sache hat Herz. Nach kurzem Hören drängt sich die erste Vergleich auf: Die schmerzlich vermissten…
„Shade“ heißt das neue Album von Holly Cole – was gewissermaßen verwunderlich ist, denn mit Songs wie „Heat Wave“, „Too Darn Hot“ oder „Something Cool“ findet sich hier doch eher eine eklektische Sammlung von Sommer-Songs. Freilich war Holly ja immer schon jemand, der sich eher für die düsteren, dunkleren Seiten des Seins interessierte – also…
„Ein Stück grüne Paprika / fiel aus einer hölzernen Salatschüssel / Na und?“ Dieses Gedicht des amerikanischen Beat-Poeten Richard Brautigam heißt „Haiku Ambulanz“. Haiku ist eine ursprünglich aus Japan stammende Form des Kurzgedichts. Ein Haiku besteht aus drei Zeilen: Die erste Zeile hat fünf Silben, die zweite sieben, die dritte wieder fünf. Außerdem muss ein…
„Das deutsche Volk, es muss sich befreien von Schwermut!“, lautet das unüberhörbare Eingangszitat dieses Tonträgers, des Soundtracks zu Tom Schreibers Filmdebüt „Narren“. Der Film handelt vom Lieben und Leiden vor der Kulisse des Kölner Karnevals, aber trotz surrealistischer und tragikomischer Anwandlungen im Drehbuch scheint es auf den ersten Blick dennoch verwunderlich, dass ausgerechnet ein Berliner,…
Fast vier Jahre hat sich Hugo Race für sein neues Album Zeit gelassen (sieht man von der Retrospektive „Long Time Ago“ einmal ab) – und das war es wert. Als Hugo weiland den Sampler als das Medium seiner Wahl entdeckte, den Blues, den er so mag, zu seinen Bedingungen neu zu definieren, war das lange…
Sie stammen noch aus einer Zeit, da nicht jede zweite interessante Band aus nordeuropäischen Gefilden kam: The Wannadies. Ende der Achtziger in einer Kleinstadt in der Nähe von Stockholm gegründet, veröffentlichten sie bereits 1990 unter eigenem Namen ihre erste LP. Ihre achte Single brauchte dann ganze drei Re-Releases, wurde immer beliebter und schließlich zum Sommerhit…
Die drei Zutaten von More Machine Than Human: Cybergoth, Electrofetish, Modern Industrial. Das geben Tasha und Tech zumindest auf ihrer Website an, und das passt auch direkt. Hier geht es höchstgradig elektronisch und tanzbar zu (keiner der Tracks liegt unterhalb von 125 BPM), Industrial-Sound a la KMFDM oder auch die brutale Energie von Ministry kommt…
Album Nummer zwei von Guido Dossche, der abseits seines Musik-Lebens Psychologe ist – vielleicht rührt daher die Wortgewalt, denn auf seine Texte scheint der Mann besonders zu achten. Hier geht es in vielen Zeilen um die Gefühlswelt der Menschen, das ständige Auf und Ab, Verlust, Enttäuschung und Fragen über Fragen. Alles vorgetragen mit eindringlicher Stimme,…