Das Setzkastendiorama-Cover könnte ja noch lustig gemeint sein, die Musik ist es leider wohl nicht. Die neue Band um Metal Church-Gitarrist Kurdt Vanderhoff will mit ihrem Debütalbum Geist und Flair der Siebziger-Größen wie „Kansas, Yes, Genesis“ heraufbeschwören. Tatsächlich wurde wie schon bei Vanderhoofs lahmarschigem Soloalbum „A Blur In Time“ eher der Flaschengeist des AOR beschworen. Und erfolgreich, muss man sagen, denn mit der Komplexität von Yes oder der melodietrunkenen Leidenschaft der frühen Kansas hat dieser Middle of the Road-Rock wirklich gar nichts zu tun, auch wenn beispielsweise auf „The Fringes“ mal ein Mellotron schwelgen darf.
In Abwesenheit von musikalischen oder textlichen Aussagen war es der Band um Vanderhoof offensichtlich ganz wichtig, alle digitalen Aufnahmeverfahren zu verbannen. Auch das ist gelungen: „Pissed Among The Ruins“ weist einen warmen Analogsound auf. Aber wem nützt das?
„Peace Among The Ruins“ von Presto Ballet erscheint auf InsideOut/SPV.




