Das Ernstsein überlässt Gruff Rhys auch dieses Mal anderen: Auf den Promofotos für seinen dritten Alleingang hält sich der Frontmann der walisischen Psychedelic-Pop-Könige Super Furry Animals einen Haarfön wie eine Waffe an die Schläfe und im Waschzettel der Plattenfirma findet sich kein einziges Wort zur Musik, dagegen wird ausführlich – und äußerst amüsant – beleuchtet, wie er seine etwas abstruse Vorliebe für Gratis-Hotel-Shampoo-Fläschchen entwickeln konnte und welche Blüten diese Sammelleidenschaft – oder wie er selbst schreibt: „milde Form der Kleptomanie“ – getrieben hat. Musikalisch kredenzt uns der Wuschelkopf derweil 13 relaxte, mit viel Liebe fürs Detail arrangierte/orchestrierte Songs, die mal in Richtung des lupenreinen Brill-Building-Pop der 60er deuten, dann mit Singer/Songwriter-Flair und angenehmer 70s-Pantina daherkommen und natürlich auch die Melange aus skurrilem Indierock und verhaltener Psychedelia nicht vollkommen aussparen, die für gewöhnlich das Metier der SFA ist. Nichts Revolutionäres also, aber ein feines Liebhaberstück ist „Hotel Shampoo“ allemal.
„Hotel Shampoo“ von Gruff Rhys erscheint auf Pias/Rough Trade.