Diese attraktive Promo erreichte uns ganz ohne komfortables erklärendes Beiwerk. Da der aufstöberbare Kontent zu diesem offensichtlich aus Chile stammenden Projekt fast ausnahmslos in der schönen, aber nicht jedem geläufigen Sprache Spanisch gehalten ist, muss es mal weitgehend werkimmanent gehen: Namensspender Nicolás zeichnet verantwortlich für Electronics (key), das Theremin (!) „y voz“- und Stimme (zunächst keine entdeckt, der Künstler verweist aber auf textlosen Gesang in der „Suite De La Tormentera“). Pato (nicht Robert!) Trujillo bedient Gitarren, Carlos Figueroa „Bateria“ – also wohl die Drum-Batterie. Bleibt noch Marcos Sánchez am „Bajo“, mithin Bass. Mit Letzterem spielt Quinteros auch bei der Formation Delta zusammen (vgl. Links).
Die Herren haben es drauf, wie schon das atmosphärische, wie für einen Science Fiction-Film eröffnende Titelstück verrät. Bei „Odisea“ puckern dem Rezensenten noch zu viele Sequenzer. Damit versöhnen aber die authentischen Orgelsounds von „Por La Buena Onda“ und der fette Fretless-Bass bei „Gris Denso“, das mit einem besonders interessanten Rhythmus und einem wunderbaren jazzrockigen Gitarrensolo Gitarrenaufwartet. Einen Höhepunkt des Albums bildet „A Traves De Mi Ventana“. Es handelt sich um ein amtliches E-Gitarren-Statement, vergleichbar dem Stil von Andy Latimer oder Bastiaan Peeters (Odyssice), das sich an Intensität, aber nicht Tempo, ganz herrlich aufschaukelt. Die abschließende „Suite De La Tormenta“ ist, wie es sich gehört, dreiteilig. Eine klassische Kadenz beschließt ein keyboardlastiges und teils bombastisches Instrumental-Album, dessen Sound auffallend gut und mit zahlreichen Stereo-Effekten versehen ist.
„Abducción“ von Q (Nicolás Quinteros) erscheint auf Mylodon.




