Dass es nicht ganz einfach ist, hierzulande ordentliche, englischsprachige Popsongs zu produzieren, die im internationalen Vergleich bestehen können, belegen ja Jahr für Jahr all die Aspiranten, die mit ihren diesbezüglich ungenügenden Versuchen beim ESC scheitern. Wie sowas richtig geht, zeigt die Newcomerin Sarah Bugar mit ihrem Debüt-Album eindrucksvoll. Vielleicht liegt es ja daran, dass sie – von der Pandemie aus ihren gelernten Berufen Köchin und Friseurin aus dem Berufsleben gedrängt – erst als Quereinsteigerin zur Musik kam, dass sie mit ihrer ersten Songsammlung unbedarft alle Trapfalls und Klischees in dieser Richtung vermeidet Wahrscheinlicher ist indes, dass sie in dem Musikproduzenten Thomas Eifert einen einfühlsamen musikalischen Partner fand, der ihr nicht nur geeignete musikalische Mäntelchen für ihre Songs auf den Leib schneiderte, sondern auch seine Erfahrungen mit Kollegen wie Jules Ahoi ins Spiel brachte (der natürlich auch auf Sarahs Scheibe aushilft) – und somit mutig auf die große Pop-Geste setzte. Und so haben Sarahs Songs dann alles, was den vorgenannten deutschen ESC-Beiträgen für gewöhnlich fehlt: Charakter, Eigenständigkeit, Melodien, Refrains – und von Sarahs Warte aus gesehen nicht zuletzt auch etwas zu sagen und eine erkennbare performerische Hingabe. Dabei kommt es gar nicht so sehr auf Einzigartigkeit oder das Vermeiden von Ähnlichkeiten an – sondern darum, alles zuzulassen, was dem Song dienlich erscheint. Und dann ist da noch diese unnachahmliche Stimme und Sarahs Angewohnheit die Worte gut durchzukauen, bevor sie dann mit Nachdruck ins jeweilige musikalische Umfeld gespien werden. Was die Sache dann so glaubwürdig und charakterstark macht, sind Sarahs wortgewandte Selbstverwirklichungs- und Empowerment-Lyrics, die wie die Faust aufs Ohr des kämpferischen Vortrags passen.
„New Beginnings“ von Sarah Bugar erscheint auf Moon Blvd/Tonpool.




