Andere träumen davon. Wünschen es sich. Würden es so gerne schaffen. Archive schaffen es. Und das regelmäßig. Regelmäßig überraschen sie, ohne sich dabei selbst zu zerstören. Sie begeistern und sie berühren, sie entwickeln sich und ihre Kunst und ihre Kreativität. Sie bleiben relevant und sie bleiben: einzigartig. Dass man damit immer mal wieder manchen Menschen nicht gefällt, gehört dazu. Archive stört es nicht. Archive machen, was Archive denken. Nicht, was die anderen denken.
„Glass Minds“ ist das 13. Studioalbum der Band aus London. Es eröffnet mit einem fast sieben Minuten langen Instrumental-Track – der zudem genau wie „Ahnma“ von den Beginnern beginnt. Nur kommt eben kein Gzuz, sondern die große Trägheit, die Ruhe in der Kraft. Der erste Hinweis auf das, was kommt.
„Glass Minds“ ist kein wildes und kein lautes Album. Sanft wäre übertrieben, aber die Synthies, die Stimmen, die warmen Atmosphären laden sicher eher zum Lauschen und Genießen ein. Archive klingen hier auf wunderbare Weise mit sich zufrieden und vor allem so herrlich entspannt. Es wirkt fast beruhigend, wenn man den Titelsong mit Sängerin Lisa Mottram hört, wenn man sich über acht Minuten „Patterns“ gibt und dabei immer mal wieder feine TripHop-Vibes spürt, wenn das extra-elektrische „Wake Up Strange“ sanft unseren Kopf schaukelt. Und selbst wenn „Look At Us“ mit reifer Popnote und ein wenig Tempo und „Heads Are Gonna Roll“ mit den Raps von Jimmy Collins daher kommen, bleibt die Stimmung: gechillt.
Hach. Hier gibt es schon ganz schön schöne Sachen. Und schräges Zeug. Ein Song wie „When You’re This Down“ zum Beispiel ist nur schwer einzuordnen – und noch schwerer zu mögen. Schwamm drüber. Das allermeiste andere berührt. Mal wieder.
“Glass Minds” von Archive erscheint auf Dangervisit/PIAS.




