Auch schon wieder zwei Jahrzehnte ist es her, dass der britische Downbeat-Maestro George Evelyn alias Nightmares On Wax das Album „In A Space Outta Sound“ veröffentlicht hat, auf dem er jamaikanische Einflüsse bruchlos mit Soul, Jazz und Hip-Hop zusammenfließen ließ und nicht zuletzt mit seinem goldenen Händchen für unvergessliche Samples begeisterte.
Das gelang ihm vielleicht nie besser als mit dem unwiderstehlichen Steve-Cropper-Gitarrenriff aus „Private Number“ von Judy Clay & William Bell, das „You Wish“ in die bis heute meistgehörte Nightmares-On-Wax-Nummer verwandelte. (Die neue Dub-Version heißt treffenderweise übrigens „You Bliss“.)
„In A Space Outta Sound“ hatte Evelyn damals als Hommage an die Reggae-Soundsystem-Kultur erdacht, die seine Kindheit in West Yorkshire prägte. Was lag also näher, als zum 20. Geburtstag des Albums Dub-Koryphäe Adrian Sherwood zu bitten, acht der Tracks in lupenreine Dub-Versionen zu übersetzen?
Genau das tut Sherwood auf „In A Space Outta Dub“, und das Ergebnis ist wirklich hörenswert. Anders als bei unzähligen anderen Remix- oder Dub-Projekten, bei denen oft nicht viel vom Geist des Originals übrigbleibt, nähert sich Sherwood hier behutsam, fast möchte man meinen ehrfürchtig seiner Aufgabe. Musiker wie Cyrus Richard (Horace Andy / Dub Asante Band) und Doug Wimbish (Tackhead / Living Colour) steuern Overdubs zu den Neuinterpretationen des On-U-Sound-Labelchefs bei und lassen auch dabei den Originalen viel Raum zum Atmen.
Sicherlich begünstig durch die Tatsache, dass in den Originalen schon viel Reggae- und Dub-Flair steckte, hat Sherwood hier keine Mühe, den Stücken seinen Stempel aufzudrücken, ohne dass deshalb die coole Eleganz, das charmante Understatement und das analoge Knistern der ursprünglichen Versionen verloren gehen. Eine feine Sache!
„In A Space Outta Dub“ von Nightmares On Wax vs. Adrian Sherwood erscheint auf Warp/Rough Trade.




