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Besser spät. Als nie. Im März haben City Light Thief ihre neue 6-Track-EP „Greetings From Fevers Key“ releast. Beheimatet auf Midsummer Records und Grand Hotel van Cleef, gefüllt mit Klasse, Vielfalt und ganz viel Leidenschaft, mit Songs zwischen Post-Hardcore, Emo und ein wenig mehr. Wir haben bei Sänger Benjamin Mirtschin einmal nachgefragt. Hier kommen die ersten drei Fragen. Und Antworten.
Welche Rolle spielt City Light Thief in eurem Leben? Und was bedeutet euch die Band? Und hat sich das in den vergangenen Jahren geändert?
Boah, da gehst du aber wirklich direkt in die Vollen mit diesen drei kurzen Fragen. Genial, ich könnte mit dir einen ganzen Abend verbringen, und nur Antworten auf diese drei Fragen geben. Ich versuche es aber in möglich kompakt:
Ich spiele mit meinen besten Freunden in der Band. Natürlich gibt es auch sehr gute Freunde außerhalb der Band, aber so lang wie wir miteinander sind, das gibts außerhalb der Familie nicht in meinem Leben. Und das ist mehr oder weniger bei allen von uns so. Dahingehend ist City Light Thief nicht nur „unsere Band“, sondern viel mehr. Die Band ist der Kreis, um den sich der Rest des Lebens sortiert, eine identitätsstiftende Bezugsgruppe. Und das, ohne dass wir als Band viel in Erscheinung treten, so öffentlich.
Und das hat sich in den letzten Jahren nicht geändert – jedoch sind wir zwischen unserem letzten Album und heute definitiv erstmals auf Grenzen zwischen uns gestoßen. Das liegt vor allem an äußeren Faktoren, die das Älterwerden und neue Verantwortungen mit sich bringen, aber auch entwickeln sich sechs Menschen natürlich unterschiedlich – und das war, zugegeben, nicht immer leicht. Wir mussten streiten, wir waren frustriert miteinander, da war auch mal Wut. Aber: Nichts davon war feindselig, es waren die Umstände. Keine der Herausforderungen war unüberwindbar, und wir haben, wenn auch mit kleinen Umwegen, wieder zueinander gefunden. Für mich kann ich sagen: Es war nie schöner, ein Teil von City Light Thief sein zu dürfen.
Auf de EP sind sechs Lieder. Ein paar mehr und es wäre eine LP geworden. Wieso habt ihr bei sechs „aufgehört“?
Ich glaub mit 26 Minuten ist unsere Platte länger als viele Alben, die heutzutage erscheinen… Das ganze Album-Format ist ja – leider – wirklich genau das Gegenteil von dem, wie die meisten Menschen heute Musik konsumieren. Das muss man hinnehmen. Aber damit hat die Entscheidung, eine EP zu machen, echt gar nichts zu tun. Unsere letzte richtige Veröffentlichung war unser Album „Nothing Is Simple“ von 2018, und seit unserer Gründung haben wir immer den Zyklus Album – EP – Album – EP gehabt – und so auch jetzt. Drei Alben, drei EPs. Bis jetzt.
Klar, wir hatten zwischendurch auch den Gedanken, jetzt nochmal reinzuhauen und ein Album draus zu machen. Aber das fühlte sich eigentlich zu keinem Zeitpunkt nach dem richtigen Weg an. Denn fünf der sechs Songs entstanden in der Zeit zwischen 2020 und 2023 „am Stück“, auch wenn sich das lang anhört. Wir haben sie teilweise mehrfach aufgenommen, jede Menge verschiedene Arrangements, Texte und Sounds ausprobiert – bis wir uns irgendwann komplett selbst drin verzettelt hatten. Von dort wieder an den Punkt zu kommen, wo wir die Songs dann wieder gleich gefühlt haben, hat nochmal gut zwei Jahre gedauert. Und von da aus wollten wir dann „endlich“ mal fertig werden und uns wieder den wirklich schönen Seiten des Musikmachens widmen – live spielen, Menschen treffen, das ganze Erlebte teilen. Aber dann ist uns noch „Infinite Original Content“ passiert, und die eigentlich fertige EP musste nochmal neu gedacht werden…
Die EP ist ganz schön vielfältig geworden, aber trotzdem sehr rund. Was hält die Lieder zusammen, was ist immer City Light Thief und was habt ihr euch an Stilen und Stimmungen erlaubt – und was vielleicht auch verkniffen?
Tatsächlich finde ich, dass die Songs insgesamt sehr homogen sind diesmal – natürlich ist auch hier „Infinite Original Content“ offensichtlich the odd one out, aber da der Song sowohl auf der digitalen Version wie auch auf Vinyl am Anfang und am Ende steht, finde ich, dass alles diesmal sehr gut in den Rahmen passt. Wir haben uns wirklich alles erlaubt und gar nicht darauf geachtet, was man eigentlich so oder so machen sollte. In den Jahren, in denen wir nichts veröffentlicht haben, hatten wir irgendwann sowas wie 180 monatliche Hörer*innen bei Spotify. Eine Zahl, die glaube ich ganz gut hinkommt mit den Menschen, die uns wirklich regelmäßig hören, haha. Wir hatten also wirklich gar keinen äußeren Druck, weil wir mit dem Musikmachen auch nichts und Niemandem entsprechen wollen.
Unser Sound entsteht durch unsere musikalische Prägung, die insgesamt bei uns allen zwar unterschiedlich, aber doch benachbart ist, und ich glaube wir können uns erlauben: So wie wir klingen halt auch nur wir. Mathias Bloech und Joe Joaquin, die für Mix und Master verantwortlich sind, haben diese Spuren aus fünf Jahren und verschiedenen Setups und enorm variierender Qualität wirklich meisterhaft zusammengeführt und daraus etwas gemacht, das zumindest in meinen Ohren nach mehr als der Summe der einzelnen Teile klingt. Auch hier muss ich fragen – Was will man mehr!?
Fortsetzung folgt …




