Platte der Woche KW 38/2026
Vier Jahre sind seit dem Comeback-Album „Bei aller Liebe“ vergangen. Damals bis heute gefällt das Album, hat aber, wie wir es schon in unseren News schrieben, den Langzeittest dann doch nicht zur vollsten Zufriedenheit bestanden. Gerade live fehlten vielen Songs so ein wenig der finale Druck. Den gibt es auf dem zweiten Album der neuen Ära, dem zweiten Album mit Felix Gebhard an Stelle von Dennis Scheider. R.I.P.
Auch „Klepto“ ist kein Old School-Album. Aber „Klepto“ ist trotzdem Angry Pop Music. Und es ist eine Platte, die live wieder deutlich mehr Spaß machen wird. Eine Platte, die in Teilen dreckig ist, roh, schnell, voller Kraft und eben Druck. Ach, es macht einfach Spaß, sich die neun neuen Songs immer wieder anzuhören.
Songs wie „Hast du den Müll schon rausgebracht“ mit diesen eindringlichen Melodien, diesem wundervollen Refrain und den viel smarteren Worten, als der Titel im ersten Moment vermuten lässt. Ein Hit. Von vielen. „Engelstränen im Abendlicht“ zum Beispiel geht mit diesem stampfenden Groove und Nagelschmidts Sprechgesang direkt ins Herz. Bei „Freaks & Geeks & Spinner“ spricht er dann nur noch, während die Band derbe ballert. Auf der Bühne wird dieser Song alles zerstören!
Muff Potter zeigen sich außerordentlich kreativ und sehr, sehr vielfältig. Für „Ein starkes Stück“ gönnen sie sich zum Beispiel eine Spielzeit von 6:34 Minuten sowie erst feine, fast schon sanfte Chöre im Hintergrund und dann einen amtlichen Ausbruch. Fast schon entspannt wirkt dann das anschließende „Und die Nacht brach still herein“ – bis diese atmosphärischen, leicht hymnischen Post-Punk-Gitarren einsetzen. Bei „Hinter den Bergen, am Rande der Welt“ macht zudem Lambert mit. Kurz: Hier passiert was, hier gefällt noch mehr.
Wichtig zu wissen: Der Limited Edition Vinyl-Version liegt eine 7″ bei, auf der es mit „Die Playlist läuft“ und „Königsesch“ noch zwei weitere neue Songs gibt. Der eine mit Druck, der andere mit Gefühl und Drama, ist Königsesch doch der Friedhof, auf dem Dennis Scheider begraben ist. R.I.P.
„Klepto“ von Muff Potter erscheint auf Huck’s Plattenkiste/Indigo.



