Sieben Jahre sind seit “Kalte Wände“ vergangen. Und die gingen nicht spurlos an Keele vorbei, die sich nun in etwas anderer Besetzung zurückmelden. Oder wie es ihr Label sagt: „Aus zwei Gitarren wurde eine. Aus einer Stimme wurden drei.“ Was blieb: dieses Gefühl, das man hat, wenn man Keele hört. Diese Gefühle, um genau zu sein. Fasziniert und begeistert von der musikalischen Mächtigkeit, von dieser Kraft, Melodik und Intensität. Und gleichzeitig verwirrt, angestrengt und nachdenkend, wenn man den Texten lauscht. Kurz: Ich will tanzen, aber nicht.
Keele spielen Post-Hardcore, sind aber auch Punk. Und kümmern sich darum nicht wirklich. Es muss halt passen und wenn sie während „Keiner hat gefragt“ nicht nur singen und schreien, sondern auch sprechen müssen, dann sprechen sie eben.
Zehn Lieder sind auf „Meinetwegen“, dem dritten Album der Band, die heute aus Fabian Held (Gesang), Patrick Sternberg (Gitarre/Gesang), Leon Te Paa (Bass/Gesang) und Malte Buchner (Schlagzeug) besteht. Zehn Lieder ohne Pause, immer Druck, immer Energie und immer so viel Leidenschaft. Für den richtigen Rhythmus, den Refrain, der einen packt, das Wort, das nicht jeder sofort versteht.
Ja. Es ist zwischendurch auch kurz mal anstrengend, der Band zu folgen. Aber skippen gilt nicht, wir hören durch und danach gleich noch mal. Wegen der Spannung und so, dem Entdecken und der Energie. Und auch dem Genießen. Denn auch das kann man. Nachgedacht und zugehört wird dann einfach wieder bei der nächsten Runde.
„Meinetwegen“ von Keele erscheint auf Rookie Records.




