Platte der Woche KW 03/2026
Sie nun wieder. Wieder am Nerven. Wieder motzen sie trotzig, meckern, nölen und wiederholen. Und wieder? Lauschen wir den beiden Herren dabei gespannt, feiern sie und genießen es regelrecht. Gut, dass es diese Band gibt. Die Sleaford Mods. Einzigartig, anstrengend, wunderbar.
Natürlich ist auch diese Platte hoch politisch, ultra-gepisst und deprimiert (Zitat Band: „Wir peitschen ein totes Pferd, wenn es um Massenkonsum und Geldgier geht, während Teile der Welt völlig zerfallen und der Westen das einfach ignoriert. Es ist, als hätten wir Armageddon übersprungen und wären direkt in die Zeit danach gesprungen.“). Und immer kann man sich das auch nicht antun. Weder textlich noch musikalisch. Aber wenn man sich mal darauf einlässt, Fokus auf das Gehörte, den Sound, die Ideen, dann ist das hier etwas ganz, ganz Tolles.
Es ist Tanzmusik, zu der man nicht tanzen kann. Denn: Rohe Beats, Monotonie, stoische Sound-Eskapaden und wütende, häufig arrogante Vocals zwischen Rap und Sprechen. Es ist faszinierend, regelrecht fesselnd. Beeindruckend. Easy geht anders. Aber: Andrew Fearn und Jason Williamson können auch das. Können auch anders. Wenn zum Beispiel Aldous Harding plötzlich mitmacht und „Elitest G.O.A.T“ eine fast schon niedliche Pop-Note verleiht. Herrlich und einfach lässig. Eben echte Mad Men diese Sleaford Mods, die auch mit einem Track wie „Don Draper“ anders, fast schon dezent jazzig klingen. Bei „Flood The Zone“ mit Liam Bailey drängen sich später die Hip Hop-Vibes noch mehr in den Vordergrund und zu „Gina Was“ drängeln sich die People auf den Dancefloor. Weil Tanzmusik. Also doch. Auch super.
„The Demise Of Planet X“ von Sleaford Mods erscheint auf Rough Trade/Beggars Group/Indigo.



