Neulich in Hamburg. Kind Kaputt spielen im Nochtspeicher. Als Support am Start: Hi Mum. Sie spielen eine knappe halbe Stunde. Nur. Man möchte mehr. Denn es war einfach sehr, sehr schön, sehr spannend, regelrecht faszinierend. Und manchmal betörend. Traumhaft. Genau wie ihre erste Platte. Wie „Ghostwood“.
Hi Mum kommen aus Nürnberg und bestehen aus Sängerin Lilly Kletke und mit Simon Züchner, Daniel Schmitt und Jan Kretschmer aus drei Musikern, die man von Maffai kennt. Doch wie die klingen sie gar nicht. Eher so nach davor. Und danach.
„Ghostwood“ ist in erster Linie mal ein allerfeinstes Indie-Album. Und doch viel mehr als Indie. Womit nicht gemeint ist, dass sich die Band auch im Shoegaze, im Post-Punk, im Pop und im Alternative Rock bedient. Das sind nur Namen. Stile. Worte. Wunderschöne zwar, aber… eben nur.
Was diese Platte so überragend gut macht, sind die unbeschreiblich betörenden, faszinierenden Emotionen, die hier aus jeder Note, jedem Wort kommen. Sind diese außergewöhnlichen Atmosphären, die Hi Mum hier erzeugen und die uns – wenn man sich zum Beispiel einen Song wie „Headlights“ anhört – tatsächlich an eine Band wie Thursday denken lassen. Verrückt. Und schlicht beeindruckend, wie diese Musik berührt und beschäftigt, wie sie Gedanken und Erinnerungen in Gang setzt – und wie sie auf eine ganz eigene, manchmal seltsame Art glücklich macht. Auf Platte und auf der Bühne.
„Ghostwood“ von Hi Mum erscheint auf Rookie Records.




