Als Fan freut man sich natürlich immer, wenn die Lieblingsbands vorab Musik veröffentlichen und man schon vorher etwas aus den kommenden Alben hören darf. Und daher freuten auch wir uns sehr, als Social Distortion Ende Februar den Titeltrack ihres Comeback Albums vorab releasten. Nichts anderes als ein Comeback Album ist es. „Born To Kill“ ist das erste Album seit „Hard Times And Nursery Rhymes“ von 2011.
Jetzt ist die ganze Platte da. Und wenn man sie das erste mal anmacht. Wenn man sich richtig freut, übertrieben gespannt ist, wenn alles Lauscher aufgestellt sind… hört man Bekanntes. Den Titeltrack. Verdammt! Ein verdammter Hit, absolut. Aber der erste Genuss ist dann eben doch keiner. Verdammt! Trotzdem weiterhören, trotzdem feiern, noch mehr Respekt haben. Mike Ness ist tatsächlich 62 Jahre alt, hat gerade erst den Krebs besiegt, ist Großvater… und Punkrocker. Old before I die.
Danach kommt nicht das ebenfalls vorab veröffentlichte „Partners In Crime“, sondern „No Way Out“. Endlich Neues, jetzt läuft die Premiere, hallo Euphorie. Und hallo Killer-Riff. Der Song hat Druck, es fühlt sich nach Punkrock an, ohne wirklich schnell zu sein, ist das der „White Light…“-Sound, von dem man so viel liest? Sicher ist, dass die Nummer unfassbar gut ist. Und das Album schon an dieser Stelle ebenso. Dabei folgen noch neun weitere Lieder. Eines davon heißt „Wicked Game“ und ist wirklich ein Chris Isaak-Cover. Und covern können Social Distortion ja. „Under My Thumb“, „Ring Of Fire”, “Alone and Forsaken”. Und können sie auch hier. Gänsehaut-Variante.
Produziert hat die Platte der wunderbare Dave Sardy, einst Teil von Barmarket, heute Produzent von zum Beispiel Helmet, Oasis, Bush und System Of A Down. Als Gäste sind zudem Benmont Tench von Tom Petty And The Heartbreakers und Lucinda Williams auf der Platte. Doch immer sieht man nur Mike Ness vor sich. Im Unterhemd, schief grinsend, die Gitarre tief hängend und seine Texte bei aller Coolness komplett leidenschaftlich singen, die Lieder zum Leben erwecken. Die groovigen, die melodischen, die hymnischen, die mit Country-Touch und die ohne. Alle.
Alle sind gut, das ist Fakt. Alle machen Fans von Social D. glücklich, die Platte macht es auch und die kommende Tour natürlich ganz besonders. Und doch ist „Born To Kill“ natürlich kein zweites „White Light, White Heat, White Trash“, natürlich ist hier vieles ein wenig… milder. Ohne kraftlos zu sein oder gar nicht eindringlich. Aber eben doch mehr Bar, mehr Midtempo, mehr Kopfnicken. Doch das mit einem allerfettesten Grinsen und ganz viel Freude.
“Born To Kill” von Social Distortion erscheint auf Epitaph/Indigo.




