Farbrizio Cammarata gehört zu einer seltenen Spezies: Er kommt aus Italien und steht nicht auf Kriegsfuß mit der englischen Sprache. Ergo nutzt er diesen Umstand, um dem bei seinen Landsleuten unerklärlich beliebten Genre des Singer-Songwriters neue Facetten hinzuzufügen. Nominell macht der Mann (unter der Regie von JD Foster und mit Gästen aus dem Calaxico-Umfeld (darunter Joey Burns daselbst)) Americana – aber mit einem dicken ABER: Seine Band, die nach einem Nick Drake-Song und dem Titel seiner ersten CD benannte The Second Grace, fährt mit Tablas, Trés, Sitar, Mandoline und Akkordeon Zutaten auf, die nicht unbedingt in der Americana angesiedelt sind – was der Sache ein exotisches Flair vermittelt%3B zumal die Band über weite Strecken auf ein Drumkit verzichtet und auf eher orientalisch inspirierte Percussion Vibes setzt. Hinzu kommt eine Prise sizilianischen Feuers (dass Cammarata übrigens mit dem tollen Covermotiv aufgreift) und angedeutete Latin-Versatzstücke. En passant ist Cammarata auch ein sehr guter Songwriter mit einem Händchen für Harmonien und Melodien und ebenso ein inbrünstiger Sänger, der eine fast sendungsbewusste Intensität an den Tag legt. Insgesamt ist „Rooms“ eine wirklich schöne Überraschung aus einer Richtung, in der man nicht danach gesucht hätte.
„Rooms“ von Fabrizio Cammarata & The Second Grace erscheint auf Panmondial/Groove Attack.




