Mal ehrlich: Braucht es heutzutage eigentlich noch Live-Scheiben, deren Stücke „Drum Solo“ oder „Bass Solo“ heißen und die zwischen fünf und zehn Minuten lang sind? Ist es notwendig, dermaßen deutlich darauf hinzuweisen, dass man von gestern ist? Vanilla Fudge tun das auf ihrem Live-Mitschnitt der WDR Rockpalast Crossroads-Reihe dermaßen aufdringlich, dass es schon mehr als peinlich ist. Beim Durchkauen des alten Materials – bei dem wie in den 60s vor Coverversionen das musikalische Standbein bilden – geben sich in die in die Jahre gekommenen Erzväter alle Mühe so zu tun, als sei die Zeit stehen geblieben. Die Band, bei der einmal Led Zeppelin als Support gespielt hat (wie gleich zweimal erwähnt wird), scheitert bei ihrem Vorhaben recht solide. Die alten Nummern werden schwerfällig, ohne jeden Charme, ohne Soul und sogar regelrecht schlecht gespielt dargeboten. Es gibt keinen erkennbaren Grund, der als Rechtfertigung dieses Werkes herhalten könnte. Nicht einmal das Publikum vor Ort scheint wirklich begeistert gewesen zu sein. Wie auch: Schließlich wird es aufgefordert, einen Groove mitzuklatschen, der schlicht nicht existiert. Etwas würdevoller kann man Revival-Ereignisse schon anlegen.
„Good Good Rockin’“ von Vanilla Fudge erscheint auf Music Avenue/Soulfood.




