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  • Sophia – Kreise

    Robin Proper-Sheppard ist als Mensch die fleischgewordene Antithese zu seiner Musik. Sind die Platten von Sophia melancholisch, beinahe depressiv, wütend und unendlich langsam, so ist Robin das genaue Gegenteil. Der Mann scheint Adrenalin mit Löffeln zu fressen, ist freundlich, gutgelaunt, beinahe enthusiastisch und beantwortet alle Fragen mit einem unglaublich eloquenten Redeschwall, der – eben angesichts…

  • Buffalo Tom – Hingerissen.

    Schön, daß in einer Zeit, in der selbsternannte, smarte Managernieten unser soziales System mit der arroganten Annahme ins Verderben steuern, sie hätten einfache Lösungen für die komplexen Zusammenhänge unserer Tage, ausgerechnet eine Rockband aus Boston die Notwendigkeit zur Komplexität erkannt hat. „Smitten“ heißt das neue Werk von Buffalo Tom – was soviel heißt wie „hingerissen“.…

  • Boo Radleys – Wer ist hier der King?

    „Schaut mal, was ich hier gefunden habe“, meint Sice, der gerade von einer Besichtigung des Kölner Doms zurückkommt. Stolz präsentiert er eine Postkarte mit dem Motiv einer „Schmuck-Madonna“ – einer jener überkitschigen, reich verzierten Heiligenfiguren, die in Andenkenläden verkauft werden. Seine Enttäuschung ist gewissermaßen groß, als ihm der Promoter beibringen muß, daß der Begriff „Schmuck“…

  • Cat Power – Her own private Hell

    Ein Interview mit Chan Marshall alias Cat Power ist so eine Sache. Das mußte auch der Kollege vom Radio erfahren, der nachher eher verwirrt und orientierungslos dreinschaute. Was war passiert? Nun, er war unvorbereitet auf eine der faszinierendsten, komplexesten und impulsivsten Songwriterinnen unserer Tage getroffen. „Hier hast Du ein Blatt“, meinte Chan und schiebt verschwörerisch…

  • Semisonic – Seltsam gut

    Semisonic (sprich: ßämmeißonnik) kommen aus Minneapolis, mögen natürlich Prince, machen aber gitarrenbetonte Pop-Musik und sind eine jener eher unscheinbaren Gruppierungen junger Männer, die sich zum Musizieren zusammengefunden haben. Sie haben in den USA gerade einen respektablen Hit gelandet, („Closing Time“), der im Radio rauf und runter läuft, was dort eben automatisch dazu führt, daß man…

  • Viktoriapark – sie waren jung und brauchten das geld

    In Teufels Küche kommt, wer sich in den Viktoriapark begibt! Warnen schon immer die Omas die Enkelkindlein. Oder so ähnlich. Jedenfalls heißt das Debut-Album der Band aus Berlin (nicht: der Berliner Band, denn das sind größtenteils Zugereiste), die sich nach dem Park benannte, bei dem sie lebt und musiziert, „In Teufel’s Küche“. Das ist eine…

  • Artificial Joy Club – Dahinschmelzend

    Artificial Joy Club kommen aus Kanada und wollten sich ursprünglich Melt nennen. Das war aber nicht möglich, weil, so Gitarrist und Produzent Leslie Howe, praktisch jedes einsilbige Wort der englischen Sprache bereits als Bandname registriert ist. Selbst altenglische Formulierungen wie „Spiv“ gibt’s bereits. So nannte man sich denn halt Artificial Joy Club. Vorher gab’s die…

  • TV Smith – Protest Singer

    T.V. Smith gehört zum Urgestein der konservativen britischen Anarchisten. Als ’77 der Punk explodierte, war er mit den Adverts in der vordersten Reihe dabei. Der größte Hit damals war „Looking Through Gary Gilmore’s Eyes“, eine grandiose Provokation und somit auch die Verkörperung dessen, was der Punk inhaltlich vorzubringen hatte. Mit der Zeit ist Smith zwar…

  • Heather Nova – Hexensschuss – eine Tafelrunde mit Heather Nova

    Heather Nova gab sich anläßlich ihres wunderschön gelungenen neuen Albums „Siren“ die Ehre und empfing ein hochkarätig besetztes Gremium von Vertretern international renommierter Lokalzeitungen und weltweit operierender Fanzines. Nur um das mal lobend zu erwähnen: Nötig hätte sie sowas eigentlich nicht mehr. Egal: Da der Terminplan recht dicht gedrängt war und Viertelstunden-Smalltalks ja nun wirklich…

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