Die Ecke von Bleecker & The Blues ist eine imaginäre: Bleecker Street ist die Straße im Herzen des Greenwich Village, dort also, wo eine der vielen Wiegen unserer heutigen Musiklandschaft liegt – die natürlich mit dem Blues begann (dessen Baby ja dann der Rock’n’Roll war). Auf dieser Scheibe gibt’s nun den realen McCoy: Hier sind viele der Tracks zu finden, auf denen die zweite Generation von Blues Recken – viele davon blasse Engländer – aufbauten. (Die dann wiederum die dritte Generation beeinflusste, die uns heute nervt). Egal ob es nun Woody Guthrie ist, der uns hier vor Augen führt, warum Dylan so klang, wie heute Dan Bern – oder ob es Lead Belly ist, dessen „In The Pines“ Kurt Cobain mal coverte (und dabei fallen ließ, dass Lead Belly sein Lieblings-Performer sei). Daneben gibt es etliche Tracks – „Midnight Special“, „Baby Please Don’t Go“ oder „Girl (Man) Of Constant Sorrow“ – die man – in mehr oder minder totgenudelter Form – zu kennen glaubt, die sich aber in diesen rauhen, und z.T. Gänsehaut erzeugenden Ur-Versionen völlig neu offenbaren und erschließen. Wer wissen möchte, wie alles angefangen hat, und warum vieles heute so ist, wie es ist, der sollte sich mit dieser ausgezeichneten Kollektion beschäftigen.
„The Corner Of Bleecker And The Blues“ von Compilation erscheint auf Traditional/Zomba.




