Na da schau her. Drei Jungspunde aus Leipzig, die klingen, als hätte man sie aus den tiefsten 70ern abgeholt. „Restringed“ ist das neue Album der Footsteps, einem ordentlich rotierenden Bluesrock-Trio in den besten 20ern, das erst seit knapp vier Jahren besteht, in denen allerdings schon drei Alben entstanden. Dem geneigten Fan betagter Urgesteine wie etwa Ten Years After, Randy Hansen oder Walter Trout sind die Herren möglicherweise schonmal als Support begegnet, denn die Footsteps haben bereits einige Tourkilometer abgerissen.
Wer daraus allerdings schließt, ihr neuestes Werk sei angesichts dieser Gesellschaft von einer dicken Staubschicht überzogen, der irrt. Die junge Band aus der aktuell schwer im Trend liegenden Messestadt hat sich ihren Sound erarbeitet und perfektioniert, sich mit Coogans Bluff-Drummer Charlie Paschen einen sehr fähigen Produzenten an Land geholt und den Songs einen, trotz zahlreicher Referenzen an die glorreichen Hendrix-Tage, frischen und dennoch sympathisch analogen Sound verpasst. Beeindruckend beweisen sie stilsicheres und schlagfertiges Handwerk an allen Instrumenten, das von einiger Live-Erfahrung und jeder Menge Leidenschaft zeugt.
Extrem Groove-fixiert („Never Got The Blues“), Jam-begeistert („The Wall“) und äußerst facettenreich mit teils sogar psychedelischen Anleihen („Statues & Fools“) ist „Restringed“ ein wirklich amtliches wie umfangreiches Werk von fast 80 Minuten Spielzeit, das heruntergebrochen schlichtweg gitarrenlastige Rockmusik der ersten Güteklasse präsentiert. Einzig der Gesang fällt gelegentlich ein wenig hinter den mächtigen Riffs und Soloausbrüchen zurück, was jedoch angesichts der enormen instrumentalen Spielfreude dieser Band kein Wunder ist. Als Weihnachtsgeschenk für den rockbegeisterten Erzeuger ist dieses Album mindestens genauso empfehlenswert, wie für den Platz neben der jüngst erworbenen Blues Pills-LP im eigenen Plattenschrank.
„Restringed“ von Footsteps erscheint auf Kick The Flame/Broken Silence.




