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Am vergangenen Freitag haben Between Bodies ihre neue Platte „Hand To Hold Each Other“ releast. Und damit auf das nächste Level. Denn sehr gut war die Band schon vorher. Jetzt ist sie besser. Hier gibt’s großartigen Emo mit Punk, der immer wieder nach früher klingt, aber dabei so unglaublich fresh, neu und energetisch klingt. Unglaublich melodisch, unglaublich druckvoll, unglaublich aufregend. „Ich finde, dass wir als Gruppe und Band näher zusammengewachsen sind und Benni (Sänger Benedikt Ricken) meinte einmal, dass ‚Hands To Hold Each Other‘ jedes Element, was BB zu BB macht weiterführt und intensiviert. Das finde ich einen schönen Gedanken“, sagt Sänger/Gitarrist Christopher Schmidt.
2022 ist die bisher letzte Platte „Electric Sheep“ erschienen. Untätig war die Band nicht. „Wir haben viele schöne Konzerte und Touren gespielt, die ersten beiden Pressungen verkauft und irgendwann hat sich das Gefühl eingeschlichen, dass das Album einigen Leuten wirklich etwas bedeutet, was wahnsinnig schön ist. Dann haben wir irgendwann angefangen, neue Songs zu schreiben und uns darauf geeinigt, noch ein Album zu machen. Diesmal ohne Pandemie. Wir haben jetzt schon mehr mit BB gemacht, als wir je gedacht hätten und sind super froh darüber.“
1. Was ist eure Definition von „guter Musik“?
Chris: Dass sie etwas in dir auslöst und berührt, an das du in deinem Alltag sonst nicht drankommst. Einen richtig guten Song muss und kann man nicht objektiv erklären oder verstehen, man checkt und fühlt ihn einfach und denkt sich: Genau so ist es. Ich denke, dass gute Musik deswegen auch für jede*n etwas ganz anderes bedeutet. Wir haben alle unterschiedliche Erfahrungen, Verletzungen, Hoffnungen und Geschichten, für die es Künstler*innen gibt, die sie gespiegelt und eingefangen kriegen.
2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?
Chris: Ich denke, dass die wichtigsten Einflüsse die Gespräche mit Freund*innen und prägenden Momente in den Jahren seit dem letzten Release waren. Musikalisch haben uns Bands wie The Menzingers, The Mountain Goats, The Wonder Years, Alkaline Trio, aber auch Birds In Row, The Front Bottoms, The Hotelier oder Martha geprägt.
Aufgenommen wurde das Album übrgens mit Produzent Lewis Johns (Employed To Serve, Muncie Girls, Rolo Tomassi, Funeral For A Friend). Chris erinnert sich: “Mit Lewis war es ganz toll. Benni und ich kennen ihn ja schon lange und haben bereits drei Alben mit Giver mit ihm zusammen gemacht. Es ist superspannend zu sehen, wie krass gut Lewis als Engineer und Produzent geworden ist. Am Ende fühlt es sich aber einfach an, wie ein Freund, der für eine Periode Teil der Band wird. Er hat uns ermöglicht, einen Sound für die Platte zu finden, der unsere Erwartungen weit überstiegen hat und ist einfach ein wahnsinnig netter Typ, mit dem es viel Spaß macht aufzunehmen und der seinen Job sehr ernst nimmt und gleichzeitig viel Ruhe reinbringt.“
3. Warum sollte jeder eure neue Veröffentlichung kaufen?
Chris: Man ist als Musiker*in ja ständig in dem Dilemma, dass man einfach Songs schreiben und spielen und sich ehrlich darüber emotional mit Menschen verbinden möchte – und gleichzeitig muss man damit irgendwie wenigstens genug Geld verdienen, um weitermachen zu können. Mich persönlich nervt der Warencharakter von Musik und die damit verbundene Werbung für den Kauf der nächsten Platte, auch, wenn ich es gleichzeitig ganz ehrlich richtig doll freue, wenn Menschen unsere Musik auf Vinyl erstehen und in ihren Wohnzimmern hören möchten. Das schließt sich gar nicht aus. Wenn du die Kohle hast und dir das Album gefällt, dann kauf es gerne und unterstütze uns und Zeitstrafe dabei, vielleicht irgendwann neue Songs aufnehmen zu können. Wenn du die Kohle nicht hast, aber trotzdem gern eine Platte haben willst, sag Bescheid und wir finden eine Lösung. Aber es ist auch okay, wenn du die Musik online hörst, oder einfach zu einer Show kommst. Uns ist vor allem wichtig, dass Menschen, denen die Songs etwas bedeuten, diese hören können.
4. Was habt ihr euch von eurer ersten Gage als Musikschaffende gekauft?
Sprit.
5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass ihr Musikschaffende werden wolltet?
Chris: Für mich persönlich waren es die ersten Punk-Konzerte auf dem Schulhof und im Jugendzentrum. Ich denke, dass die Energie von Liveshows im Punk und Hardcore eine transformative Erfahrung sein kann, nach der es kein Zurück mehr gibt.
6. Habt ihr immer noch Träume – oder lebt ihr den Traum bereits?
Chris: Wir durften uns mit BB in den letzten Jahren einige Lebensträume erfüllen. Die Touren mit Touché Amoré, The Get Up Kids, The Hotelier und Captain Planet sind alles Sachen, bei denen wir niemals gedacht hätten, dass wir so etwas mal machen werden. Auch die wunderschönen DIY-Konzerte mit dem Herz am absolut rechten Fleck wie dem Farewell Youth oder Fairweather Fest waren etwas ganz Besonderes. Wenn es so weitergeht, dann sind wir mehr als dankbar und zufrieden.
7. Was war eure größte Niederlage?
Chris: Wir sind ja eine Band und kein Unternehmen oder eine Fußballmannschaft, deswegen weiß ich nicht so ganz, worauf ihr mit der Frage hinauswollt.
8. Was macht euch derzeit als Musikschaffende am glücklichsten?
Chris: Gemeinsam mit einem Raum voller Leute zu singen und schreien is why we do it. Die Energie einer guten Show ist das, was uns am glücklichsten macht! Aber auch die Connections und Freundschaften, die beim Touren und Musikmachen entstehen!
9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?
Chris: Ich denke nicht, dass Musik eine Skala braucht, auf der man Songs bewerten muss. Entweder du fühlst es oder nicht.
10. Wer – tot oder lebendig – sollte auf eurer Gästeliste stehen?
Chris: Wir kommen ja sehr aus einer DIY-geprägten Punkszene, bei der ich es immer wichtig fand, dass es eigentlich keine Gästeliste gibt, haha. Wir haben lange Konzerte in Köln veranstaltet und wenn du die Kohle hast, dann ist es auch nett, den Eintritt zu zahlen und die Clubs und Bands zu unterstützen. Wenn nicht, dann kommst du trotzdem rein – bei Punk geht es nicht um den Geldbeutel.
„Hand To Hold Each Other“ von Between Bodies erscheint auf Zeitstrafe.




