Bands mit fünf möglichen Lead-Vokalisten gibt es ja nicht so häufig. Die Südstaatenband Deslondes gehört aber zu dieser Spezies – was dann natürlich nahelegt, dass ein besonders kohärenter Band-Sound nicht unbedingt im Zentrum der Betrachtungen stehen kann. Und so gibt es auf dieser Scheibe dann auch einen Rundumschlag in Sachen klassischer US-Genres – hauptsächlich in Richtung Country-, Blues-, R’n’B- und ein paar südlich geprägte Gospel-Vibes. Dass die Band zu den jüngeren Acts ihrer Art zählt, ist bei diesem Werk dann allerdings weniger herauszuhören – denn zum einen wenden sich die Herren auf ihrem zweiten Album bereits dem Thema der Heimkehr zu (während sich musikalische US-Troubadoure ja ansonsten immer dem Thema des rastlosen Reisens zuwenden) und zum anderen klingt diese – von Produzent Andrija Tokic betont bodenständig produzierte – Songsammlung geradezu so, als habe der Tontechniker seine Geräte durch eine Zeitschleife in die Vergangenheit gehalten. Das Ergebnis klingt dann weniger retro als betont authentisch out-of-time. Immerhin erarbeitet sich die Band aus New Orleans somit eine glaubwürdige Sub-Nische auf dem Americana-Sektor.
„Hurry Home“ von The Deslondes erscheint auf New West/Rough Trade/Pias.




