Diese Platte ist schon klasse, die Songs sind es auch. Die Band macht hier ganz viel richtig. Vielleicht macht sie sogar zu viel richtig. Möchte vielleicht zu viel. Was zu Lasten von Leichtigkeit, Lust und Individualität geht. Leider.
Ganz objektiv spielen die Frankfurter hier wundervollen Alternative Rock. Eingängigen, kraftvollen, unterhaltsamen und abwechslungsreichen Alternative Rock, der auch mal in Richtung Stoner oder Punkrock schielt. Beste Unterhaltung, keine Frage. Dafür aber, ob man sich so sehr an den Großen der Szene orientieren musste.
Gleich der Opener und Titeltrack kommt mit zwischen Dreck und Druck mit einer Opulenz, die man von den Smashing Pumpkins kennt. Danach eifern sie nicht unbedingt den Foo Fighters nach (okay, in „Shadows“ vielleicht schon ein wenig mehr), nicht Biffy Clyro und auch nicht den Queens Of The Stone Age oder anderen Bands diesen Kalibers. Aber so ein bisschen wie die klingen und das machen und dürfen, was die machen und dürfen, das möchten Bird’s View wohl auch. Zumindest macht das den Eindruck und das macht das Ganze ein wenig weniger gut. Das ist schade.
Die Platte gefällt trotzdem. Sogar sehr. Weil die Band zusammen mit Kurt Ebelhäuser zwölf Lieder aufgenommen hat, die allesamt Klasse haben. Und manche eben auch noch mehr Charme und Stil und Seele als andere. „Chaos B.C.“ ist ein feiner Punkrock-Song am Ende, voller Pop und toller Melodie und gleichzeitiger Schrägheit, dass man ihn nur lieben kann, „Colors Of A Day” hat diese Hemmungslosigkeit, die man sich öfter gewünscht hätte, „Hallways Eyes“ tobt einfach und mit „Otro Dia“ haben sie ein lässiges Scumbucket-Cover am Start. Plus mehr. Viel mehr. Zu viel. Fast.
“Above Chaos” von Bird’s View erscheint auf Yoke Buben/Edel.




