Es ist ja nicht so, dass diese Band bisher schlechte Alben gemacht hat. Gar nicht. Doch so komplett gut wie hier, so endlos interessant und spannend und in Teilen regelrecht atemberaubend und außergewöhnlich haben All Them Witches wohl noch nie geklungen. Hier gibt es zehn Songs in einer Reihe und keiner fällt ab. Auch wenn er mal anders klingt. Das Ding ist rund. Mindestens.
All Them Witches spielen auch hier ihren ganz eigenen Cross-Over aus Stoner Rock, Blues, Grunge, Doom, Psychedelic und ganz viel Ideen. Und die gehen hier nicht nur nicht aus, sie gehen auch auf. Es klappt, es klingt faszinierend, es klingt so schön. Allen voran das bereits vorab releaste „Starting Line“ mit seiner wundervollen Entspanntheit und so viel lockerflockiger Coolness und gleichzeitig mit dezenter Verkopftheit bei übertriebener Melodik.
Dieses Album ist ein Vergnügen. Ein Trip. Denn der Vierer aus Nashville zeigt hier so viel Klasse bei noch größerer Vielfalt. Von ultra-trocken bis richtig dreckig, von ausufernd bis voller Melancholie, von Groove bis Klavier – jeder Ton ein Treffer. „Red Rocking Chair“ eröffnet mit Sabbath-Riffs, zeigt aber auch direkt, was dieses Album noch alles hat: Energie, Eingängigkeit und Überraschungen. Die Ballade „Go-getter“ berührt mit Tiefe, Emo und überzeugender Schlichtheit, „Culling Line“ mit Pink Floydscher Psychedelik, „Hold Up, Say What?“ mit fast schon lärmender Euphorie.
Alles zusammen ist eine Platte, die man als Platte hören möchte. Am Stück, ein Stück nach dem anderen. Entdecken, erleben, spüren und genießen. Mögen. Und sehen. Im Sommer spielen Ben McLeod (Gitarre), Charles Michel Parks Jr. (Bass / Gesang), Christian Powers (Schlagzeug) und Allan Van Cleave (Keyboard) drei Shows in Deutschland.
“House Of Mirrors” von All Them Witches erscheint auf BMG Rights Management/Universal.




