Es gibt nicht viele Künstlerinnen und Künstler, die von sich behaupten können, ein völlig neues Genre aus der Taufe gehoben zu haben. Boards Of Canda gehören ohne Frage zu diesem erlauchten Kreis, seit sie mit ihrer 1998er-Glanztat „Music Has The Right To Children“ verzerrten Analogbändern, nostalgischen Samples aus 70er-Jahre-Dokus und hypnotischen Hip-Hop-Beats ihre Ausnahmestellung in der Welt der elektronischen Welt untermauert haben. Auch mit Alben wie „Geogaddi“ konnten sie danach begeistern.
Nach 13 Jahren des Schweigens bauen die schottischen Brüder Mike Sandison und Marcus Eoin mit ihrem fünften, erneut auf dem Kultlabel Warp erscheinenden Studioalbum „Inferno“ auf diesem Fundament auf, haben dabei aber mehr im Sinn, als nur die eigene Legende zu verwalten.
Die 18 Songs balancieren meisterhaft zwischen düsterer Gesellschaftskritik, Esoterik und Naturwissenschaft. Stücke wie „Prophecy At 1420 MHz“ paaren monumentale Synthesizer-Landschaften mit handeingespielten Instrumenten wie Gitarre und Live-Drums, was dem Sound eine neue Dynamik verleiht. Es ist ein beunruhigendes, spirituell aufgeladenes Album, das die fragile Balance aus Glaube und Wissenschaft perfekt vertont. Oft nostalgisch und modern zugleich klingend, reiht sich das Album nahtlos in die Reihe früherer Meisterwerke ein.
„Inferno“ von Boards Of Canada erscheint auf Warp Records.




