Der richtige Supportslot macht alles leichter: Im Frühjahr konnten Westside Cowboy im Vorprogramm der Überflieger Geese vor einem riesigen Publikum mit ihrer vor kribbeliger Energie sprühenden Liveshow aufhorchen lassen und jetzt legt die vierköpfige Band aus Manchester ein Debütalbum vor, das so gut ist, dass sich niemand wundern wird, wenn die Band schon bald selbst große Hallen füllt.
„It Goes On“ ist ein faszinierendes Dokument jugendlicher Rastlosigkeit, wenn das Quartett mit Geschick und Leidenschaft elf Songs lang im Stile von die Grenzen zwischen Indierock, Slacker-Attitüde und Americana-Einflüssen auslotet und dabei so aufregend klingt, dass beim Hören kaum Atempausen bleiben, um die Vielzahl der verarbeiteten Referenzen zu sortieren.
Gleich der Opener „Kick Stones (The Boys)“ bricht mit minimalistischem Velvet-Underground-Rhythmus und ansteckender Garage-Rock-Energie über das Publikum herein. Es folgen rohe Gitarrenwände wie in „Pin Up Boys“ und das lässig groovende „Dobro“, die beweisen, dass auf „It Goes On“ keine makellose Perfektion im Zentrum steht, sondern immer wieder vor allem Unvollkommenheit oder Ecken und Kanten Charakter erzeugt.
Das Songwriting fängt derweil die melancholische Zerrissenheit eines „Worried Age“ (so einer der Songtitel) ein – voll jugendlicher Melancholie, Fatalismus und Einsamkeit. Mit dem desorientierenden Rausschmeißer „You Could Have Died There On The Dancefloor“ entlässt uns die Band endgültig in die Nacht. „It Goes On“ bietet genau das Gegenteil eines durchoptimierten Algorithmus-Pops: ein wildes, ungeschliffenes Indie-Highlight, das – trotz „böse“ Majorlabel im Hintergrund – echt und ehrlich nach Sehnsucht und menschlicher Verbundenheit klingt.
„It Goes On“ von Westside Cowboy erscheint auf Island Records/Universal.




