Mit “Throw The Dice” stellt sich das Schweizer Indie-Pop-Kollektiv Soft Loft klanglich neuen Herausforderungen. Nach ihrem Debütalbum “The Party And The Mess” im Jahre 2024 und der im letzten Jahr erschienenen EP “Modern Roses” zog sich das Quintett um Frontfrau Jorina Stamm in die Abgeschiedenheit Frankreichs zurück. In den Black Box Studios entstanden neun Songs, die das Leben als großes Glücksspiel begreifen und die Unsicherheiten des Erwachsenwerdens vertonen.
Musikalisch baut das neue, von Grammy-Gewinner Craig Silvey abgemischte Werk gekonnt Brücken zwischen Ekstase und Wehmut oder wie es in den Pressematerialien so treffend heißt: Es verbindet Momente euphorischer Befreiung und introspektiver Melancholie.
Songs wie die rasante Vorabsingle “Caught” reflektieren verpasste Chancen in den Zwanzigern, während das nostalgische “F U WANT IT” verflossenen Liebschaften nachspürt. Doch aller thematischen Schwere zum Trotz verliert die Band nie ihre tröstende Wärme, wenn sich selbst von Trübsinn geprägte Passagen zumeist in hoffnungsvollen Melodien auflösen. Der Weg von den oft intimen ursprünglichen Aufnahmen zu einem dichten, betont atmosphärischen Mix wird dabei ganz kurz.rsante
Tatsächlich sind es deshalb hier bisweilen weniger die eingängigen Uptempo-Indie-Hymnen wie “Wednesday”, die aus der Masse der vielen ähnlich motivierten Künstlerinnen und Künstler herausstechen, sondern vielmehr die Lieder, die mit mutiger Schlichtheit glänzen: die ganz auf Jorinas Stimme und die Gesangsharmonien konzentrierte Folk-Nummer “Wrists That Won’t Be Mine” oder auch die sehnsüchtige, wie dahingetupft wirkende Abschlussballade “Told”.
Das macht aus “Throw The Dice” ein organisch fließendes, unaufgeregtes Plädoyer für Selbstakzeptanz, das feine Nuancen atmen lässt, statt krampfhaft nach Perfektion zu streben.
“Throw The Dice” von Soft Loft erscheint auf PIAS.




