Veränderungen sind ja schön und gut. Aber als Fan ist da natürlich immer die Sorge: Bleibt es meine Band oder übertreiben sie? Warum machen sie was anders, warum machen sie es jetzt so? Selbst einer Band wie Musa Dagh stellten sich diese Frage. Dabei war es ja nicht das erste Mal, dass etwas passierte. Aren Emirze von Harmful spielte zunächst mit Thomas Götz von den Beatsteaks und Aydo Abay von Blackmail, später machte Sascha Madsen (Madsen) mit.
Auf der dritten Platte aber nun ist der Schritt noch mal größer. Madsen ist raus, Abay auch, als neuer Drummer ist Martin Kessler dabei, der zuvor bei und für unter anderem Nina Hagen, Abwärts und H-Blockx getrommelt hat. Und es singt Safi. Und obendrauf spielt sie auch noch Bass, den es so nicht in wirklich in der Band gab. Heißt: sehr neu. Aber auch: sehr gut!
„Endurance“ ist eine großartige Platte, eine sehr, sehr vielseitige, dabei unglaublich enthusiastische und intensive Platte. Das Trio zockt sich durch einen tollen Mix aus Noise, Druck und Melodie. Manches ist schroff, klingt direkt in der Garage entsprungen. Anderes ballert noch mal härter und ist kurz vor Metal (oder ist Metal: „Guillotine“), ist eigentlich purer Punk („Goddine“) oder zeigt auch mal die sanfte Seite von Musa Dagh. Doch jeder Song für sich klingt so verdammt echt. Drei Menschen, eine Band, ein Ding.
Zehn Songs sind auf der Platte und einen schlechten sucht man tatsächlich vergeblich. „Endurance” eine sehr runde Sache geworden, eine spannende Platte und eine schöne Momentaufnahme, was Musa Dagh 2026 sind. Und vielleicht ja auch noch etwas danach …
“Endurance” von Musa Dagh erscheint auf Hayk Records/Cargo.




