Es ist schwer, deutschen Punkrock zu spielen, ohne hier und da an andere Bands zu erinnern. Weil es einfach schon so viel gibt, weil zuletzt so viel passiert ist. Das Problem haben auch Frachter. Aber: Das macht gar nichts. Diese Platte ist trotzdem und auch deshalb übertrieben toll. Und besser.
Frachter kommen aus Weimar und bestehen aus Aaron Kuch (Gesang, Gitarre), Philipp Thomann (Schlagzeug) und Dome Luge (Bass), 2023 erschien ihr Debüt „Bad Sterben“, jetzt gibt elf neue Lieder mit wundervollen Titeln wie „Muskelgedächtnis“, „Kanonen & Butter“ und „Here Comes The Sun (aber als Drohung)“. Und ja, hier denkt man an Muff Potter, dort an Montreal und öfter – natürlich – an Turbostaat. Aber diese Mischung und ganz viel Frachter dazu? Sensationell.
Es ist Punkrock, was wir hier hören. Plus Hardcore, plus Emo. So viel Emo. Denn: So klingt Leidenschaft, so klingt Überzeugung. Nicht immer schnell und nicht immer einfach, aber immer sehr druckvoll und dabei ganz schön eindringlich. Manchmal extra-melodisch, manchmal noch mal schroffer und manchmal ganz schön lärmig oder auch: langsam. Auch das passt, „Slalom“ ist so unfassbar gut! Direkt danach „Trafo“ mit Post-Momenten und Tempo und Melodie. Ganz anders, aber doch gleich, echt, Frachter. Ganz tolle Band, ganz tolle Platte.
„Es wird gleich besser“ von Frachter erscheint auf Gunner Records/Broken Silence.




