Platte der Woche KW 39/2026
Schon im Vorfeld hatte Gitarrist Ben O’Neill gesagt: „Ich hatte einfach das Gefühl, dass alles größer werden musste.“ Aber so groß? So… fett und mächtig? So beeindruckend imposant, wie es diese Platte geworden ist? Verrückt. Ein Mann, eine Vision, eine großartiges Stück Musik.
“Nobody’s Coming To Save You” ist nach “Come And See” von 2024 erst die zweite Gurriers-Platte. Und trotzdem klingt sie unfasslich selbstbewusst, komplett konsequent und häufig regelrecht arrogant. Nehmt das, wir sind da, jetzt geht’s los. Und wie es losgeht.
Der Titeltrack eröffnet und sofort sieht man Sänger Dan Hoff in feinster Liam Gallagher-Pose vor sich. Er verzieht keine Miene, wir lächeln. Und hören nicht mehr damit denn auf.
Zehn Songs haben sie mit Mark Bowen, dem Gitarristen der Idles, aufgenommen. Zehn Songs, die niemals komisch, aber immer so verdammt cool, so intensiv, eindringlich und vor allem druckvoll sind. Songs, die man spüren kann. Und dabei Songs, die nicht so wirklich in eine Schublade möchten. Weder im Ganzen noch jeder für sich. Denn Gurriers bedienen sich zwar viel im Post-Punk, machen aber so viel mehr daraus. Vieles wird unfasslich lärmig und aggressiv gezockt, anderes hat starke Industrial-Einflüsse. Und etwas Sleaford Mods-Moods spürt man auch hier und da. Post-Noise-Entertainment?
Am Ende gar nicht wichtig, am Ende fügen sich Lärm, Druck und diese überraschende Eingängigkeit, die einen an manchen dann doch ein wenig aus dem Konzept bringen, zu einem großen, schweren, schönen Ding zusammen. Zu einer neuen Lieblingsplatte, die Ende des Jahres live vorgestellt wird. Muss man erleben.
“Nobody’s Coming To Save You” von Gurriers erscheint auf Play It Again Sam.




