Platte der Woche KW 42/2026
Eingang und Ausgang des „Dopamine Chamber“ sind songmäßig ähnlich düster gehalten: Man startet planmäßig in das neue Fontaines D.C.-Album mit „Six Shot Morning“ und verlässt es später mit „Intimate“ – zwei stimmungsmäßig ähnliche Songs. Alles also nur noch Doom und Gloom, keine Hoffnung mehr? Liest man die Aussagen von Sänger/Texter Grian Chatten, dann war das mehr oder weniger die Ausrichtung für das neue Album.
Aber keine Sorge – trotz der schweren textlichen Themen zieht „Dopamine Chamber“ nicht runter, sondern öffnet mal wieder viele neue Welten des Fontaines D.C.-Universums. So ganz weit entfernt ist das neue Werk dann doch nicht vom Vorgänger „Romance“ (2024), vor allem rein optisch mit ähnlicher Covergestaltung. Es gibt immer weniger Gitarreneinsätze, mehr Synthie- und Elektronikpassagen/Effekte, aber auch eine Menge Pop.
Mehr Pop als ein Duett mit Rosalía kann es ja eigentlich nicht geben – „Where Is Gone?“ kommt mit einem großen James-Bond-Soundtrack-Gefühl daher; glücklicherweise hält sich Rosalía zurück, singt mit Grian Chatten auf ähnlicher Tonhöhe, nur im Refrain fügt sie dezent hohe Tonlagen hinzu. Das hätte auch ganz leicht nach hinten losgehen können.
Elegant dem Fettnapf aus dem Weg gegangen. Wie auch ganz im Allgemeinen auf diesem Album – auch wenn es wie erwähnt thematisch eher düster zugeht: „Dopamine Chamber“ besitzt schon ein ziemliches Stadion-Gefühl, die Songs sind größer als das Leben, Fontaines D.C. schlittern gefährlich nah an Coldplay-Arena-Langeweile-Gefilde vorbei, die vielen Streicher-Einsätze wirken, aber solange die Herren aus Dublin immer noch (zumindest teilweise) unberechenbar bleiben, ist die Hoffnung nicht verloren.
„Dopamine Chamber“ von Fontaines D.C. erscheint auf XL/Beggars Group/Indigo.




