Hiermit hat alles angefangen! Naja, vieles zumindest, ganz sicher mal Musik im TV als Party-Anlass. Denn ’77 erschien sie uns endlich, die erste Rockpalast-Nacht. Damals war mit Rory Gallagher, Little Feat und Roger McGuinn’s Thunderbyrd noch für nahezu jeden Musikgeschmack etwas dabei. Via Made In Germany Music erschien jetzt in der Reihe West Coast Legends (nach J. Cipollina / N. Gravenites, Jorma Kaukonen u. Spirit) der Auftritt des Byrds-Sängers und seiner Band bei dieser Nacht der Nächte auf DVD – beim Rezensenten willkommene Ablösung eines vom vielen „Chestnut Mare“-Hören längst verschlissenen Tonband-Mitschnitts.
Beim Sound (erwartungsgemäß) nicht wesentlich verbessert und auch von recht biederer Bildregie und düsterer -qualität, bietet das Wiedersehen doch ein um so nostalgischeres Vergnügen. Allein schon die Mimik des beim Singen wild die Augen aufreißenden Barden! Wie der JingleJangle-Master seine kultige 12 String Rickenbacker bearbeitet, mit ihr tanzt. Oder die Solo-Einlagen vom damaligen Thunderbyrd Rick Vito. In Summe ein Genuss – von „Lover Of The Bayou“ bis zum Jam-artig ausgedehnten Finale „Eight Miles High“. Die DVD hat ein schlichtes, aber gelungenes Artwork und ist mit einem informativen Booklet überdurchschnittlich gut ausgestattet.
Einzige Winzkritik: Die Band-Liste gibt dem weitgehend stummen Charlie Harrison (bss) Credits für „Vocals“, nicht aber Vito, der tatsächlich sogar mehrere Stücke allein sang, davon „Midnight Dew“ sogar mehr als achtbar. Und der eingeblendete Titel während „Turn, Turn“ lautet immer noch „Mr. Tambourine Man“, das hätte man inzwischen doch mal beheben können…
„Rockpalast: West Coast Legends Vol. 4“ von Roger McGuinn’s Thunderbyrd erscheint auf MIG.




