Es ist schon erstaunlich, wie treu man sich selbst bleiben kann, wenn man es nur drauf anlegt. Das neue Werk…
Es ist schon erstaunlich, wie treu man sich selbst bleiben kann, wenn man es nur drauf anlegt. Das neue Werk von Sam Coomes und Janet Weiss klingt nicht wesentlich anders als das, was das Duo Anfang der 90er – damals noch als Versuchsballon und musikalische Spielwiese des Quasi-Ehepaares – starteten. Es gibt also kompromisslos rotzigen…
Kurz gesagt hätte sich Israel Nash Gripka diese Scheibe eigentlich auch sparen können – denn er bietet hier zwar den feuchten Traum aller konservativen Americana-Freunde, denen er eine nahtlose 1:1-Emulation seines Idols Neil Young liefert – aber eben auch nicht mehr. Das klang zwar auch schon auf seinem letzten Album gelegentlich an%3B allerdings überzeugte er…
Etwas überraschend kehrt Altmeister Roy Harper nach 13 Jahren Sendepause aus seinem selbst gewählten Exil wieder mit einer neuen Scheibe auf. Und warum? Weil die Nachgeborenen neugierig auf den Mythos Roy Harper geworden sind – den zu erklären er irgendwann leid wurde und deswegen wieder begann, sich dem Songwriting zu widmen (deswegen auch der Titel…
Als detailverliebte Vertreter der US-Fraktion der aktuellen E-Pop-Szene hat sich das Damen-Trio Au Revoir Simone ganze vier Jahre Zeit für das neue Album gelassen. Nicht ohne Grund: Nachdem sie sich mit den Touren für das letzte Album und zahlreiche Kollaborationen (etwa mit Air, Johnny Marr und David Lynch) sozusagen abgearbeitet hatten, war es an der…
Mule-Fans sind Qualität und – u.a. durch die vielen Live-Boxen – auch Quantität gewohnt. Dennoch gibt „Shout!“ zu einigen Freudenrufen Anlass: Denn da gibt es erst eine ungemein geschmeidig rockende „klassische“ Gov’t-Scheibe mit 74 Minuten von Bluesrock („No Reward“) bis Reggae („Scared To Live“). Und während sonst via „Bonus“-CDs häufig Aus-gutem-Grund-Outtakes und sonstige Hündchen an…
Das britische Sextett Deaf Havana macht druckvollen, klassischen US-Mainstream-Rock. Mag zunächst mal seltsam klingen, macht dann aber Sinn, wenn man weiß, dass die Herren als Support für Springsteen auftraten und diesen sogar wörtlich in ihren Songtexten zitieren. Keine Frage: Deaf Havana machen ihre Sache recht gut, variieren ordentlich, machen Druck und können spielen, arrangieren und…
Dieses pumpende Bass-Lick, dieser ballerige Schlagzeug-Rhythmus, vor allem aber dieser schnodderige Gesang und die Kinderliedmelodie: Mit dem irreführend betitelten „All Is Dull“ vom neuen Album der Nijmeger Chartbreakers ist beim neuen Album von Anfang an Staat zu machen. Und das staatstragende Niveau wird gehalten: „Build That Buy That“ macht jeden zum Abzappelphilipp, das langsam groovende…
Lange vor Joanna Newsom gab (und gibt) es Carol Kleyn. Wie ihre zeitgenössische Kollegin spezialisierte sich die Westcoast-Songwriterin auf ihr Instrument – der Harfe. „Return Of The Silkie“ war das dritte Album von Carol Kleyn, das diese 1983 veröffentlichte. Es ist ein Songzyklus über „Silkies“ (auch bekannt als „Selkies“ – mystische Meereswesen in Form von…
Tatsächlich können Sebadoh also immer noch ordentlich hinlangen! Nach einer längeren Auszeit schlagen Lou Barlow & Co. mit „Defend Yourself“ wieder ordentlich zu. Dem Vernehmen nach verarbeitet Barlow hier die Trennung von seiner Frau musikalisch. Das macht Sinn und erklärt die z.T. brutalen (und sehr männlichen) Wutausbrüche, die sich allerdings keineswegs in zerstörerischem Krach Bahn…