Richard Ashcroft auf allen Kanälen. Nicht nur, dass der frühere Verve-Frontmann in diesem Jahr als Special Guest von Oasis einmal um den Globus tingelt, passend dazu gibt es auch sein erstes Soloalbum, seit vor sieben Jahren das leider ziemlich belanglose „Natural Rebel“ erschien.
Um es vorwegzunehmen: Nein, Songs, die es mit Hymnen wie „The Drugs Don’t Work“, „Lucky Man“ oder „Bittersweet Symphony“ aufnehmen können, finden sich nicht auf „Lovin‘ You“. Selbst die Qualität von „Alone With Everybody“, Ashcrofts beachtlichem Solodebüt aus dem Jahre 2000, erreicht der Brite hier nicht. Ein schlechtes Album ist „Lovin‘ You“ deshalb aber nicht.
Vielleicht auch, weil er seine Pappenheimer kennt und weiß, dass sein Publikum lieber nostalgisch in Sounds schwelgt, die an seine glorreichsten Zeiten um die Jahrtausendwende erinnern, verzichtet Ashcroft hier darauf, sich spürbar neu zu erfinden – ein paar Samples und Produktionshandgriffe von Emre Ramazanoglu und Mirwais Ahmadzaï ausgenommen. Songs wie „Lover“, das Titelstück oder „I’m A Rebel“ sind so zwischen Zeitgeist und Retro-Chic platziert.
Ansonsten konzentriert sich der Mann mit der zeitlosen Stimme lieber darauf, erfolgreicher als zuletzt seinen Markenzeichensound von einst besonders hell strahlen zu lassen und all das zu betonen, was ihn schon früher ausgezeichnet hat. So sind es abermals romantische Leidenschaft, eine spirituelle Suche und eine ordentliche Portion Rock’n’Roll-Swagger, die diese Songs antreiben. Oder anders gesagt: Richard Ashcroft, da weiß man, was man hat.
„Lovin‘ You“ von Richard Ashcroft erscheint bei RPA/Virgin/Universal.




