Es ist tatsächlich ihr erst viertes Album. Dabei feiern wir diese Band doch gefühlt schon seit Ewigkeiten. Und feiern sie weiter. Wie wir ihr Debüt von 2019 feierten, die Nachfolger, die Konzerte, die Band. Was sie machen, machen sie gut. Sehr gut und meistens besser.
Man kann also nur ganz viel Respekt für das haben, was diese Band sich in den letzten Jahren erarbeitet hat. Und wie sie gearbeitet hat. Keine Bühne war ihnen zu klein, keine Support-Show zu schade. Shoreline sind gefühlt immer unterwegs und spielen jeden Gig so, als ob es ihr einziger und letzter wäre. Und dazwischen veröffentlichen sie immer wieder neue Musik. Irgendwo zwischen Emo, Punk und Post-Hardcore, immer mal ein wenig anders, aber immer authentisch. Aufregend, relevant, smart, besser als sehr gut. Und genau so ist auch diese Platte geworden. Mit zehn neuen Songs, von denen man einige natürlich schon kennt. „Forgive“ mit Joe Taylor von Knuckle Puck zum Beispiel.
Es ist der einzige Feature-Track auf der Platte. Ein, so schrieben wir, Killer-Track. Viele andere allerdings auch. Das eher sanftere, super schöne, sofort berührende „Brittle Bond“ ist so einer, natürlich der plötzlich mächtige harte „Paradox Man“, der Emo mit etwas Punk-Hit „Youthfully Naive“ und auch das eher Emo-poppige „Out Of Touch“ geht als großartig durch. Sehr atmosphärisch, fast pompös-breitbeinig und doch komplett real und zu dieser Band passend.
Und von dieser Sorte Songs besteht tatsächlich das ganze Album. Real und relevant, immer anders, aber Shoreline. Immer Hansol Seung natürlich, der hier aber eine beeindruckende Bandbreite an Gesängen und Geschrei abliefert (Gänsehaut: „Phantom Bay“), dazu eine Band, die brettern kann, aber auch herzschmerzend schrammelt genau wie sie kurz vor Stadion die Welt regiert. Und das alles macht síe: immer ehrlich, immer berührend und verdammt begeisternd. Und begeistert. Oder anders: nur Respekt, nur Liebe. Wieder einmal.
“Is This The Low Point Or The Moment After?” von Shoreline erscheint auf Pure Noise Records/SPV.




