Die Platte gibt’s schon länger digital. Erst jetzt aber auch auf Vinyl. Und da gehört sie auch hin. Denn „Blizzard“ ist viel zu ursprünglich, um am Handy oder Rechner gehört zu werden, viel zu handgemacht, altmodisch, ehrlich.
Dove Ellis kommt aus Irland und spielt so etwas wie Folk. Aber er klingt anders, als die anderen. Er spielt den Folk so, wie ihn Tom Waits und Thom Yorke spielen würden. Wahrscheinlich. Sehr schwarz, sehr kontemplativ, sehr verkopft und sehr vielschichtig, gleichzeitig reduziert, etwas schüchtern und oft ruhig, aber doch von sich überzeugt.
Dove Ellis ist Singer/Songwriter, Solo-Künstler, Sänger und Macher. Und er macht hier ganz viel, lässt machen und passieren. Hier passiert immer etwas. Da gibt es Streicher, Klaviere, Klarinette und natürlich auch mal ein Akkordeon, dazu auch mal Country-Vibes, Irish-Folkiges zum Tanzen oder auch ein paar gelöstere, poppige Momente. Denn warum nicht mal einen Song mit ein Beach Boys-Vibes ausstatten und ihn „Love Is“ nennen? Kann man machen.
Zehn Songs sind auf der Platte und sie alle kann man natürlich einfach mal streamen. Mal so hören. Laufen lassen oder skippen, wenn es gerade nicht gefällt. Aber das muss man nicht mehr. Man kann sie jetzt ja auch auflegen, im Ganzen, als Album. Und sich dann hinsetzen und diese Platte ansehen, fühlen und hören. Von Anfang bis Ende, bewusst, genüsslich.
“Blizzard“ von Dove Ellis erscheint auf Black Butter/AMF Records.




