Chloe Kaul (Kllo), Hamish Lefevre (SWIM) und Samuel Cooke (CRUSH3d) mögen vielleicht nicht berühmt genug sein, um das ominöse Wort „Supergroup“ zu bemühen, auf ihrem gemeinsamen Debütalbum als Pain Gain hat das australische Trio aber trotzdem hörbar Freude daran, Genregrenzen auszublenden und die Lieder der Platte als stilistischen Befreiungsschlag zu begreifen.
Wer die drei in der Vergangenheit im elektronischen Sektor verankert sah, liegt sicherlich nicht daneben, mit Pain Gain setzen sie sich aber trotzdem auch klanglich neue Ziele und nehmen introspektiven Indie-Rock und melancholischen Dream-Pop ins Visier. Eindringlich, emotional und atmosphärisch sind Adjektive, die deshalb besonders gut geeignet sind, um den Sound dieser zehn Songs zu umreißen.
Tatsächlich hat man schnell das Gefühl, dass Pain Gain bewusst Geschwindigkeit gegen emotionale Tiefe eintauschen. Songs wie das flirrende „Only Nothing“ oder das schleppende, cineastische „Prizefighter“ entfalten sich organisch und leben nicht zuletzt vom vibe.
Kauls verletzlicher, Hall-getränkter Gesang schwebt über oft minimalistischen Gitarrenspuren und analogen Synths, während sich die Texte unaufgeregt mit Identitätskrisen, mentaler Last und dem schmerzhaften Preis des Erfolgs auseinandersetzen. Besonders die Single „The Fame“ seziert die Illusion des Rampenlichts mit chirurgischer Präzision.
Dass Pain Gain nicht auf den schnellen Ruhm aus sind, unterstreicht auch, dass das Trio auf seinem Erstling fast vollständig auf radiotaugliche Pop-Hooks verzichtet und lieber mutig einen künstlerischen Neuanfang mit Art-Pop-Eleganz zelebriert.
„Pain Gain” von Pain Gain erscheint auf Play It Again Sam/PIAS.




